Aktuell

Alles verläuft in Phasen. Kreisförmig vielleicht, vielleicht nur periodisch, aber doch wiederkehrend. Mondphase, Jahreszeiten, Biorhythmus, Tages- und Nachtzyklen - und so weiter. Kulturell lässt sich das auch beobachten: so hängen wir doch jetzt gerade, beispielsweise, in einer Phase des cultural backlash fest. Längst begraben geglaubte Erscheinungen, Meinungen und Ideen kommen wieder hervorgekrochen aus Ecken und unter Steinen, die wir schon vergessen hatten, und völlig selbstverständlich, scheinbar, gerieren sie sich als salonfähig vertretenswert. Hoffen wir mal, dass das nur periodisch und von kurzer Dauer, nur episodisch ist.

In der Musik andererseits spielt das Phänomen der Wiederholung, der variierten Wiederholung, der zyklischen Form, der Wiederkehr natürlich auch eine Rolle. Einerseits als innermusikalische Bildung, als einfaches Mittel zur Sicherstellung dessen, was Schönberg "Fasslichkeit" nannte, aber auch bisweilen als ästhetisches Prinzip. Die Möglichkeit, in der Musik eine Gleichzeitigkeit von "Vergangenheit" und "Gegenwart" zu inszenieren, stellt darüber hinaus einen spannenden Aspekt dar. Was geschieht, wenn längst vergangenes Material in einen anderen Kontext gestellt wird, in Form einer Bezugnahme etwa, vielleicht sogar eines Zitats, oder aber in mehr - metaphorischer Hinsicht? Wenn alles wiederkehrt, alles damit quasi simultan ist, wir uns in einer zyklischen Welt befinden? Davon will unser Konzert handeln.

Programm

Tristan Murail - Les ruines circulaires (2006)
Mathias Spahlinger - Vier Stücke (1975)
Abel Paúl - Final response to G.M. (2014)
Peter Ablinger - Instruments & Voice (2007-2013)
Agata Zubel - What is the word? (2012)
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Dai Fujikura - Being as one (2013)
Hannes Dufek - atem/felder. palimpseste/translationen (2014)
Christoph Herndler - das Ganze, das Zwischen (1997)

Ensemble Platypus

Kaoko Amano, Sopran
Doris Nicoletti, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Anna Koch, Klarinetten
Sophia Goidinger-Koch, Violine, Viola
Barbara Riccabona, Violoncello
Luca Lavuri, Klavier
Jon Svinghammar, Leitung

Eintritt 10€ / 7€
Echoraum, Sechshauserstraße 66, A-1150 Wien
www.echoraum.at

Das Festival Crossroads in Salzburg ist eine dieser wunderbaren Einrichtungen, die entstehen, wenn Idealismus, Tatkraft, Begeisterung und organisatorisches Geschick zusammentreffen. Für einige Tage im Dezember wird am Mozarteum eine enorme Konzentration an Komponisten und Komponistinnen, Ensembles und neuer Musik erreicht - dies Dank des unermüdlichen Einsatzes des Teams des Festivals.

Uns wurde die Ehre zuteil, eines der diesjährigen Ensembles zu sein, und wir freuen uns wahnsinnig, bei dieser schönen Gelegenheit drei neue Werke ausgewählter Komponisten und Komponistinnen eines internationalen Calls for Scores präsentieren zu können.

Programm

Eleni Ralli - Silence (2018, UA, Auftrag des Festivals Crossroads)
Yoav Chorev - Lean Into (2018, UA, Auftrag des Festivals Crossroads)
Vinko Globokar - Automusique, aus Laboratorium (1973-1985)
Emre Sihan Kaleli / Aleksandra Bajde - Das Luftschloss (2016/2018)
Mario Lavista - Divertimento para una coreografía imaginaria (2006, ÖEA)
Mark André - ...als...I (2012)
Andrea Agostini - Start Making Sense (2013, ÖEA)
Alexander Bauer - Sink into silence (2018, UA, Auftrag des Festivals Crossroads)

Ensemble Platypus

Kaoko Amano, Sopran
Doris Nicoletti, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Stefanie Prenn, Violoncello
Barbara Riccabona, Violoncello
Brigitte Helbig, Klavier
Márcio Steuernagel, Leitung

http://crossroads.moz.ac.at/

Als willkommene Gelegenheit, einen Mehrwert und ein spannendes Konzert zugleich zu generieren, freuen wir uns, am 28. Oktober gleich nochmals spielend in Aktion zu treten und mit Adam McCartney einen interessanten irischen Komponisten, der Wien als seine Wahlheimat erwählt hat, mit einigen neuen Werken zu präsentieren.

Programm

Adam McCartney - 59 People (2018)
                                    Blinde Ruhe (2018)
                                    Die gelassene Katze (2018)
                                    Evergreen Etudes 1 & 2 (2018)

Ensemble Platypus

Sieglinde Größinger, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Marianna Oczkowska, Violine
Ivan Turkalj, Violoncello
Veronika Kopjova, Klavier

Klaviergalerie, Kaiserstraße 10, A-1070 Wien | Kaisersaal - www.klaviergalerie.at 
Adam Mc Cartney - http://admccartney.mur.at/

Welchen Todes wirst Du sterben? fragte Sweeney.
Nicht schwer zu berichten, sagte der andere, ich gehe jetzt nach Eas Dubhthaigh, und ein Windstoß wird mich packen, der mich in den Wasserfall schleudert, auf dass ich ertrinke, und ich werde auf dem Friedhof eines Heiligen beerdigt,und danach werde ich des Himmels teilhaftig. Das ist mein Ende.

                     - Flann O'Brien, In Schwimmen-zwei-Vögel, dt. von Harry Rowohlt

Die Iren, sagt man, sind große Barden. Ein Volk der Liedersänger, Geschichtenerzähler und wandernder Poeten, lyrische Seelen landauf, landab - überall mythische Bäume, sagenumwobener Steine, bedeutsame Ereignisse. (Nebenbei bemerkt, ist Irland auch dasjene Land, das die meisten Siege, 7 an der Zahl, des Eurovision Songcontests für sich verbuchen konnte.) Auf der Landkarte der zeitgenössischen Musik allerdings ist Irland eine Art terra incognita - wenig besucht, kaum vermerkt, selten erwähnt. Vielleicht, weil das Lyrische in Misskredit geraten ist? Oder aber deshalb, weil Exponenten und Exponentinnen zeitgenössischer Musik prinzipiell eher selten auf ihre sogenannten Wurzeln verweisen – weil am Ende gar andere Aspekte von noch größerer Wichtigkeit sind als die Nationalität? Hic sunt leones?

Wir kümmern uns drum, dachten wir, und so wird hier und heute ein vielschichtiger Einblick gewährt in das intonatorische, harmonische, raunende Rumoren der grünen Insel, mit Blicken südwärts nach Großbritannien und ostwärts auf das kontinentale Festland andererseits.

Programm

Ruud Roelofsen - Seelenklänge III (2015)
Jennifer Walshe - Wash me whiter than snow (2013)
Grainne Mulvey - Two reflections - The sea and the tower (2016)
Eric Skytterholm Egan - Fragments... - daraus: Of Shapes // Hewn (2014)
Adam McCartney - 59 People (2018, UA)
                                    Blinde Ruhe (2018)
Ann Cleare - 93 Millions Miles Away (2016)
Ben Isaacs - Allone (2009)

Ensemble Platypus

Sieglinde Größinger, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Marianna Oczkowska, Violine
Ivan Turkalj, Violoncello
Veronika Kopjova, Klavier

Eintritt 10€ / 7€
Echoraum, Sechshauserstraße 66, A-1150 Wien
www.echoraum.at

Ensemble Platypus in Kooperation mit KulturKontakt Austria

Mit Feliz Anne Macahis (*1987) und Zeynep Gedizlioğlu (*1977) werden in diesem Konzert zwei Komponistinnen der jüngeren Generation vorgestellt, deren Werke bereits international Beachtung und Wertschätzung auch gewichtiger Art erhalten haben. Feliz Anne Macahis ist eine der umtriebigsten Komponistinnen derzeit, ihre Musik ist auf Festivals weltweit zu hören und bietet Stoff für Diskussionen und angeregte Auseinandersetzungen. Zeynep Gedizlioglu andererseits kann auf vielfältige CD-Veröffentlichungen und Preise verweisen, darunter auch die wichtige Auszeichnung des Ernst-von-Siemens KomponistInnen-Förderungspreises 2012.

Wichtiger als diese Daten allerdings erscheint es, auf den sehr unterschiedlichen Charakter des musikalischen Schaffens beider Komponistinnen zu verweisen. Stehen bei Feliz Anne Macahis oft ritualhafte, auch bisweilen meditative, nachgerade existenzielle klangliche Situationen im Zentrum der Aufmerksamkeit, so ist Zeynep Gedizlioglu deutlicher an der direkt expressiven Kraft der Musik und ihren inneren Verbindungen interessiert. Dennoch kann man, auch angesichts der stets auch prekären Situation von Komponisten und Komponistinnen heutzutage, wohl mit Recht davon sprechen, dass hier trotz aller Divergenzen dennoch zwei ähnlich kraftvolle "kriegerische Geister im Zwischenzustand des Jetzt" ihre Stimme erheben werden.

Programm

Feliz Anne Macahis - Zaurak, für Flöte solo (2016)
                                       Bellatrix, für Oboe, Violoncello und Klavier (2012)
                                       Igway, für Oboe solo (2014)
Zeynep Gedizlioğlu - Jetzt / Simdi, für Violine solo (2016)
                                       wieder also anders, für Flöte, Violine und Cello (2017)
                                       Denge, für Klavier solo (2011)
Ruud Roelofsen - Seelenklänge III, für Flöte, Violine und Klavier (2015)
Eliane Radigue - ONWARD 76, für Elektronik solo (1970)
                               BACKWARD 76, für Elektronik solo (1970)

Ensemble Platypus

Sieglinde Größinger, Flöte
Helene Kenyeri, Oboe
Sophia Goidinger-Koch, Violine
Stefanie Prenn, Violoncello
Brigitte Helbig, Klavier

Eintritt 10€ / 7€ an der Abendkassa
Turnhalle im Brick-5, Fünfhausgasse 5, A-1150 Wien
www.kulturkontakt.or.at | www.brick-5.at

Musik und Sprache - Sprache und Musik. Ein unauflösbar dialektisches
Verhältnis, geprägt von fließenden (rhythmischen?), wechselnden und
niemals klar zu fassenden Übergängen, in Henne-und-Ei-Zusammenhängen,
Zirkelschlüssen und Missverständnissen verhakt, vielleicht eine Sammlung von
Lautäußerungen, ein Text ohne Interpunktion, gestaltete Zeit. Oder Abschnitte,
musikalisierte Sprache und Lieder ohne Worte, oder Vokalmorphing, Vocoder,
Autotune. Anna Susanna und andere Palindrome, luise und laute Lautgedichte,
Ursonate, klingende Poetik und immer so weiter.

Singen und sprechen, musizieren und quietschen, kratzen und greinen: die
Übergänge sind letztlich fließend - ganz wie die Assoziationskette wachsend,

und das Programm, sich konstituierend:

Gerald Resch - Nachtwindsucher. Haikus nach Texten von H.C. Artmann (Auswahl), (2018, UA)
Sophie Reyer - schlummer (2018, UA)
                           Der Riss S (2018, UA)
Hannes Dufek - band/linie/horizont Ig (2017, ÖEA)
Otto M. Zykan - Trio für Violine solo (1977)
Klaus Lang - die drei dirndln (2007)
Marina Poleukhina - for thing (2013)
Vinicius Giusti - Neues Werk (2018, UA)
Fredrik Gran - vox terminus (2015, ÖEA)
sowie Gedichte und Sprechstücke von Gerhard Rühm

Ensemble Platypus


Kaoko Amano, Sopran
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Marianna Oczkowska, Violine
Frederik Neyrinck, Klavier
Hannes Dufek, Synthesizer

www.echoraum.at | 10€ / 7€

Das New Music Festival der Bilgi University in Istanbul ist eine der wichtigsten Gelegenheiten in der Türkei, um Neue Musik zu erfahren. Seit mehreren Jahren ist das dortige Department of Music engagiert und begeistert daran tätig, diese Musik einem erweiterten Publikumskreis zugängig zu machen. Wir sind sehr froh und stolz, dieses Jahr Teil des Festivals sein zu können und gewählte Werke eines Call for Scores im Zusammenspiel mit Roman Haubenstock-Ramatis faszinierenden "Konstellationen" zu präsentieren.

Roman Haubenstock-Ramati - Konstellationen (1971), version I
Alexandre Lunsqui – Three Minerals (2018, UA)
Shin Kim – Moment, extended (2018, UA)
Roman Haubenstock-Ramati - Konstellationen (1971), Version II
Oğuz Namal – Çöküş (2018, UA)
Nikolai Valov – ljós (2018, UA)
Jean-Patrick Besingrand – Au delà des nuages, l’endroit promis (2018, UA)
Roman Haubenstock-Ramati - Konstellationen (1971), Version III
Francisco del Pino – Ex tempora (2015)
Deniz Can Barış – Enigma (2018, UA)
Berkant Gençkal – Triaphonia (2018, UA)
Güneş Bozkır – Depersonalization (2018, UA)
Juan Campoverde – Luminescence (2018, UA)

siehe auch https://music.bilgi.edu.tr/en/general-information/ | www.piartworks.com

Herzliche Gratulation an alle gewählten Komponisten, wir freuen uns bereits sehr auf das Konzert!

Ensemble Platypus


Doris Nicoletti, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Sophia Goidinger-Koch, Violine

Pi Artworks Istanbul, Mumhane Caddesi No. 48-50/3 34425 Karakoy, Istanbul

Mauro Hertig - Stift und Papier I & II (2012, 2013, ÖEA)
                            Flugmagnet (2017, ÖEA)
                            Tandem-Trapez (2016, ÖEA)
                            Ping Pol (2015)

Nina Polaschegg im Gespräch mit Mauro Hertig

                            Vektorium (2017, ÖEA)
                            Slope Motion (2017, ÖEA)
                            Triad Hihat (2018, UA)

Ensemble Platypus | Zamani

Sieglinde Größinger, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Matej Bunderla, Alvaro Callao, Saxophone
Sophia Goidinger-Koch, Marianna Oczkowska, Violinen
Andjela Sibinovic, Viola
Stefanie Prenn, Violoncello
Jonathan Heilbron, Kontrabass
Brigitte Helbig, Klavier
Manuel Alcaraz Clemente, Schlagwerk

sowie Mauro Hertig, Steel-string Gitarre

Yalda Zamani, Leitung
Lukas Froschauer, Tontechnik

ORF Radiokulturhaus
, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

Jeunesse in Zusammenarbeit mit dem ORF RadioKulturhaus / Ö1
www.jeunesse.at



Neue Kurzopern von polnischen Komponisten und Komponistinnen nach Texten der surrealistischen Malerin und Dichterin Erna Rosenstein vereint das Projekt "MiniOpera" des Festivals Nova Musica Polonica an einem Abend. Gestützt durch ein zwar minimalistisches, aber wirkungsvolles inszenatorisches Konzept, das neben den zwei Sängerinnen auf der Bühne jeweils nur zwei Puppenspieler vorsieht, wird der Abend vier tiefgründige Einblicke in die poetischen Welten der unter der kommunistischen Herrschaft verdrängten Künstlerin geben. Die neuen Werke kommen von Mateusz Ryczek, Kasia Dziewiatkowska, Joanna Wozny und Tomasz Skweres.

Mateusz Ryczek - Poławiacz Cieni (Der Schattenfänger) (2018, UA)
Kasia Dziewiatkowska - Bajka (Märchen) (2018, UA)
Joanna Wozny - krajobraz śnięty (Traumlandschaft) (2018, UA)
Tomasz Skweres - Desiderium (2018, UA)

Ensemble Platypus | Buffa


Kaoko Amano, Sopran
Iva Kovac, Flöten
Ryuta Iwase, Klarinetten
Sophia Goidinger-Koch, Violine, Viola
Tomasz Skweres, Violoncello
Frederik Neyrinck, Klavier
Ivan Buffa, Dirigent

sowie Joanna Freszel, Sopran

Anna Rákowska, Ivan Król, Darsteller/Puppenspiel
Małgorzata Kazińska, Regie

Narodowe Forum Muzyki im. Witolda Lutosławskiego, plac Wolności 1 50-071 Wrocław
www.nfm.wroclaw.pl/component/nfmcalendar/event/6243

Karten sind hier zu beziehen.

Šimon Voseček ist einer unserer ältesten Freunde, er hat lange am Ensemble mitgewirkt und hat nach wie vor einen Platz in unseren Herzen, Ohren, Füßen und Köpfen. Die Alte Schmiede widmet ihm ein Portraitkonzert und wir sind die glücklichsten Menschen, weil wir es spielen dürfen. Ein wunderbarer Abend steht bevor, an dem wir Šimon Voseček nicht nur als Komponist, sondern auch als Chansonnier erleben werden. Herzlich Willkommen!

Programm:

Šimon Voseček:  Klaviertrio I (2004)

                               Klaviertrio II (UA)

                               Nebenhöhlen für Violine solo (2008)                          

                               sowie drei Songs

Ensemble Platypus


Sophia Goidinger-Koch, Violine
Stefanie Prenn, Violoncello
Frederik Neyrinck, Klavier

sowie Šimon Voseček, Chansonnier

Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, A-1010 Wien | www.alte-schmiede.at
Der Eintritt ist frei.

Siehe auch www.vosecek.eu

Fausto Romitelli - Domeniche alla periferia dell'impero (1996-2000)
Lorenzo Romano - Kyrie elesion: una trascrizione (2007)
Lorenzo Troiani - Sotteranee. In ombra (2013-2014)
Francesco Filidei - Esercizio di Pazzia (2012)
Misato Mochizuki - All that is including me (1996)
Lisa Streich - Asche (2012)

Ensemble Platypus
Doris Nicoletti, Flöten
Theresia Schmidinger, Klarinetten
Sophia Goidinger-Koch, Violine
Stefanie Prenn, Violoncello

Echoraum, Sechshauserstraße 66, A-1150 Wien
www.echoraum.at | 10€ / 7€

Wir waren im Jahr 2017 wieder in Brasilien und haben ein sehr intimes, schönes und "nationenübergreifendes" Programm gespielt. Am 27.1. kann man das Ganze jetzt auch in Wien hören - unter dem auch schönen - und ebenso "nationenübergreifenden" - Titel "Fluchtgründe". Diese: wären gegeben. Man schaue rechts und extrem rechts, man schaue nach Osten, Westen, wo auch immer.

Brasilien, beispielsweise, erlebt seit circa zwei Jahren die schwerste politische und wirtschaftliche Krise seit den 60er Jahren; eine Krise, die starke Kürzungen in Kunst, Kultur, Bildung und Sozialem mit sich bringt. Darüber hinaus hat sich eine extrem konservative Welle durch die Bevölkerung und die Institutionen verbreitet - Kunstausstellungfen wurden geschlossen, Texte werden verboten, Vorträge und Debatten werden, ungeachtet vieler Proteste, schlicht abgesagt.

Fragt sich nur - wohin flüchten? In den Echoraum? Wir wissen es auch nicht und laden zum regen Gedankenaustausch an und nach, weniger: während unserem Konzert ein. (Während verlangt eigentlich den Genitiv. Sei's drum.)

Fernando Riederer (1977- ) – Kurze Geschichte (2016-17)
Tamara Friebel – Awakened Flutters (2017)
Tomasz Skweres (1984- ) - Deuterium (2012)
Rafaele Maria Andrade (1994- ) – Crime II (2017)
Felipe de Almeida Ribeiro (1980- ) – Anthem of disquietness (2017)
Simon Vosecek (1978- ) – Jsimtasbanejetik (2009)
[ka’mi] (1973- ) - Mirando eu Miranda (2017)
Judith Unterpertinger (1977- ) - wall studies I (2008)
György Kurtág (1926- ) – Kafka-Fragmente op. 24 (1985/1986) (Auswahl)

Ensemble Platypus

Kaoko Amano, Sopran
Theresia Schmidinger, Klarinette
Marianna Oczkowska, Violine

Echoraum, Sechshauserstraße 66, A-1150 Wien
www.echoraum.at | 10€ / 7€